Der Stau auf Luandas Strassen begleitet die Einwohner täglich. Wartezeiten gehören fast rund um die Uhr dazu. Doch die Zeit in der Blechkolonne kann man auch sinnvoll nutzen – und dabei seine gesamten Einkäufe erledigen.
Auch in meiner “Filmkiste” fand ich einige bewegte Bilder zu diesem Thema. Teppiche, Kleidung, Getränke, Prepaidkarten, Benzin, Auflaufformen, Armbanduhren, Batterien, Fußmatten für dein Auto, Bilder, Bettwäsche…. innerhalb von 200 Metern findet sich immer etwas Brauchbares.
Die jüngere Geschichte des Landes verlief turbulent und über Jahre hinweg alles andere als friedlich. Im 16. Jahrhundert entdeckten portugiesische Seefahrer das Land an der südlichen Westküste des afrikanischen Kontinents und kolonialisierten es für ihre Krone. 1975 zogen sich die Portugiesen aus dem Land zurück und stürzten es in einen klassischen Stellvertreterkrieg.
Im Norden herrschte die FNLA, im Süden die Unita, beide unterstützt von westlichen Geldgebern. In der Hauptstadt Luanda und in der Mitte des Landes herrschte die MPLA, eine von Moskau unterstützte kommunistisch ausgerichtete Partei, die die Regierung stellte und den verlustreichen Bürgerkrieg nach 27 Jahren gewann.
Minen bedrohen Einwohner
Wie zerrüttet das Land am Ende dieses Bürgerkrieges war, zeigt Ihnen schlaglichtartig eine Warnung angolanischer Mütter: Kinder sind in Angola angehalten, nicht abseits der Wege zu spielen. Hintergrund: Aus der Zeit des Bürgerkriegs liegen noch unzählige Landminen ungeräumt abseits der Wege verstreut. Wer in Angola seine Kinder und Angehörigen liebt, mahnt sie deshalb immer wieder, die Wege nicht zu verlassen, auch wenn die Abkürzung über das freie Feld noch so verlockend scheint.
Ölfunde haben Luanda in Angola zur teuersten Metropole der Welt gemacht. Die Bürger können sich die eigene Stadt nicht mehr leisten.
Vor allem die Ausländer und einige wenige angolanische Bonzen treiben die Preise in Luanda in die Höhe. Angola ist inzwischen der größte Erdölproduzent Afrikas. Seit der Bürgerkrieg 2002 zu Ende gegangen ist, strömen die Mitarbeiter der internationalen Konzerne nach Luanda. Sie wetteifern um die wenigen Wohnungen und Häuser, die westlichem Standard entsprechen.
Und weil die reichen Ölmultis nicht so aufs Geld schauen müssen, bezahlen sie nahezu jeden Preis. Wer etwa eine Wohnung in einem der neuen Hochhäuser kaufen will, zahlt mitunter bis zu 6000 US-Dollar pro Quadratmeter.
Nachdem im Dezember 1997 der Bürgerkrieg wieder ausgebrochen war, kehrte ich im Juni 2000 nach Angola zurück. Der Bürgerkrieg endete erst im Februar 2002
In Angola herrschte Krieg, das öffentliche filmen und fotografieren war streng verboten und war nur mit verdeckter Kamera möglich.
1995 begannen die Voluntary Relief Doctors in Malanje/Angola eine Prothesenwerkstatt zu errichten. Parallel dazu lief im Centralhospital Malanje eine medizinische Versorgung der Minenopfer. Amputationen nach Minenexplosionen waren an der Tagesordnung.
UN-Blauhelmsoldaten waren im Land, um den brüchigen Frieden zu sichern.
S08° 48.967' E13° 14.366' - das sind die Koordinaten des "Largo do Kinaxixi", einem großen Platz in Luanda, der Hauptstadt Angolas. Getrieben von Petrodollars erlebt die Hauptstadt einen Bauboom. Für Ausländer ist Luanda die Stadt mit den höchsten Lebenshaltungskosten der Welt. Die Öleinnahmen haben Luanda zur teuersten Metropole der Welt gemacht, in der sich Mietpreise von 10.000 US-Dollar im Monat angesichts der wachsenden Armut in den riesigen Slumgebieten der Stadt, den so genannten Musseques, geradezu grotesk sind. Im Jahr 2007 wurde hier in Luanda Afrikas modernstes Einkaufszentrum "Belas Shopping Center" eröffnet. Es wurden dafür 35 Mio. US-Dollar von dem angolanischen Unternehmen Odebrecht Angola investiert. Es ist das größte Einkaufszentrum Angolas. "Belas Shopping Center" befindet sich in Talatona im Süden Luandas und verfügt über 100 unterschiedliche Läden, ein Kino mit 8 Räumen mit insgesamt 2400 Plätzen und 17 Restaurants.