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Afrika empfängt China mit offenen Armen (und Geldbörsen)

Die Chinesen “überrennen” den afrikanischen Kontinent

Gerade musste ich an die „Kunst des Krieges” von Sun-Tzu denken. Exzellenz liegt demnach nicht darin, jeden Kampf zu gewinnen – sondern den Feind zu besiegen, ohne überhaupt zu kämpfen.

In diesem Büchlein stehen weitere gewinnbringende Weisheiten…und ziemlich clever geht die chinesische Führung vor, wenn es um Afrika geht.

Auf diesem Kontinent finden gerade gewaltige Umbrüche statt. In den letzten zehn Jahren sind mehr Chinesen nach Afrika gezogen, als dies in Hunderten Jahren zuvor Weiße getan haben. (Ausnahme Südafrika). So kommt es, dass z.B. in Namibia die Zahl der Chinesen mit der Zahl der Deutschstämmigen Namibianer (ehemals Schutzgebiet des Deutschen Kaiserreichs) gleichgezogen ist.

Die chinesische Führung verkündet und hält sich auch daran ein Credo der „Nicht-Einmischung in innere Angelegenheiten”. Das freut natürlich Politiker wie Robert Mugabe in Simbabwe, und entsprechend können die Chinesen dort ohne lästige westliche Konkurrenz massiv in neue Minen investieren.

China ist offensichtlich in erster Linie darauf aus, sich Rohstoffe auf dem afrikanischen Kontinent zu sichern. Doch nicht nur: In Nigeria und auch in Südafrika haben chinesische Unternehmen massiv in die einheimische Textilindustrie investiert und entsprechende Firmen übernommen.

Exporte von nigerianischen Textilien gelten als nigerianische Exporte – dahinter stehen jetzt aber Chinesen.

Wenn man sich die bilateralen Handelsbilanzen Chinas und der einzelnen afrikanischen Staaten anschaut, dann wird klar: Ja, China bezieht hauptsächlich Rohstoffe aus Afrika und liefert „Billigwaren”. Über 80% der chinesischen Importe aus afrikanischen Staaten sind Rohstoffe und Rohwaren.

Übrigens ist der Begriff „Billigware” wohler eher negativ besetzt…niedrige Qualität, billiger Preis. Doch für einige afrikanische Länder ist das in der Tat passend. Wenn man in Malawi chinesische Billig-Plastiklatschen kaufen kann, ist das durchaus ein Fortschritt.

Und eigentlich ist es auch nicht verkehrt, wenn die chinesische Führung z.B. mit Angola ein Abkommen hat, welches „Erdöl gegen Infrastruktur” liefert. Gegen die Lieferung angolanischen Erdöls bauen die Chinesen das Land auf, Zehntausende Kilometer asphaltierte Straßen zum Beispiel. Und jeder Volkswirt und Aufbaustrategie-Spieler weiß, dass sich Investitionen in die Infrastruktur normalerweise lohnen.

Nun, doch ausgeführt werden die Arbeiten in erster Linie von „importierter Arbeit” – Chinesen. Diese kommen wie zu Beginn beschrieben zu Zehntausenden in die jeweiligen Länder. In Angola verrichten sie die Infrastruktur-Arbeit. Keineswegs in erster Linie die Einheimischen – dabei gibt es eine hohe Arbeitslosenquote.

Mein Fazit: Gemischte Eindrücke – aber hier passiert etwas! In nur einem Jahrzehnt haben „die Chinesen” in Afrika einen wichtige Rolle gewonnen. Und es geht weiter. Wir leben in interessanten Zeiten.

Die chinesische Doppelstrategie – auch in Angola

So staunten die westlichen Rohstoffunternehmen nicht schlecht, als der drittgrößte chinesische Ölmulti CNOOC ein Angebot für rund ein Sechstel der gesamten nigerianischen Gasreserven abgab – angeblich 50 Mrd. US$ für 6 Milliarden Barrel Gas.

Auch Sinopec, der zweitgrößte chinesische Öl- und Gasmulti, schaut nicht nur zu. 1,9 Mrd. Euro hat der Staatskonzern im März ausgegeben, um in Angola in Ölförderstätten Fuß zu fassen und seine tägliche Rohölfördermenge mal eben um 8,8% zu erhöhen.

Hinzu kommt noch ein schöner Nebeneffekt. Denn Afrika entwickelt sich mehr und mehr zu einem bedeutenden Absatzmarkt für chinesische Billigwaren. So hat sich in den letzten rund zehn Jahren Chinas Handel mit Afrika auf 70 Mrd. Euro verzehnfacht und das Reich der Mitte zum größten Handelspartner Afrikas werden lassen.

Doch inzwischen regt sich auch Widerstand gegen den massiven chinesischen Vormarsch, und zwar in den afrikanischen Ländern selber. So bekommen einheimische Firmen kaum Aufträge zum Beispiel im Infrastrukturbereich, da die Chinesen der afrikanischen Konkurrenz aufgrund der Unterstützung durch den eigenen Staat mit Dumpingangeboten kaum eine Chance lassen. Aber auch das einheimische Handwerk wird immer weiter in den Hintergrund gedrängt, da die afrikanischen Märkte durch die Masse der in Fabriken hergestellten chinesischen Billigprodukte regelrecht überflutet werden.

Trotz alledem – der Run auf die Ressourcen ist in vollem Gang. Und er wird zunehmen, denn Afrika ist nun einmal reich an Rohstoffen. Wer hier außen vorbleibt, wird zusehends von den letzten großen Rohstoffressourcen außerhalb des Meeresgrunds abgekoppelt

Chinas “dreckige Deals” auf dem afrikanischen Kontinent

Kupfer aus Sambia, Kohle aus Mosambik oder Holz aus dem Kongo. China entdeckt den afrikanischen Kontinent und seine rohstoffreichen Vorzüge. Bei der Suche nach Ressourcen geht man nicht immer zimperlich vor und schreckt auch nicht vor Deals mit Despoten oder Krediten für Korruptionsweltmeister zurück.

So wurde Angola ein Kredit von China gewährt, obwohl der IWF zuvor aufgrund fehlender Transparenz eine Kreditvergabe abgelehnt hatte. Angola zählt zu den korruptesten Ländern der Welt. Waffen für Islamisten oder Schuldenerlässe für Schurkenstaaten. Alles scheint möglich im Rennen um die letzten Ressourcen. Der wachsende Einfluss auf dem schwarzen Kontinent bringt Europäer und Amerikaner gegen China auf und lässt andererseits die Gesichter vieler afrikanischer Staatschefs strahlen. Über 40 Staatschefs besuchten Peking 2006 beim China – Afrika Gipfel. Die Geschäfte laufen hervorragend. China bekommt Rohstoffe und viele Despoten werden reich. Aber es gibt auch warnende Stimmen. Südafrikas Regierungschef Mbeki warnt vor einer Abhängigkeit des schwarzen Kontinents von China und weckt Erinnerungen an die dunkle Zeit des Kolonialismus. Doch der Trend setzt sich fort. Denn auch andere Schwellenländer wie Brasilien erhöhen ihren Einfluss in Afrika. Brasilien investiert stark in die Rohstoffgewinnung und verzehnfachte sein Handelsvolumen mit Afrika auf 26 Milliarden US Dollar. China steht mit Brasilien in der ersten Reihe, wenn es künftig um die Rohstoffverteilung Afrikas geht.

Investoren, benehmt euch!

gelesen in Welt am Sonntag: 29. August 2010 06:32

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Vier Jahre altes Hospital in Angola wegen Einsturzgefahr evakuiert

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Wegen Einsturzgefahr sind am Dienstag etwa 150 Patienten des Zentralkrankenhauses in der angolanischen Hauptstadt Luanda in Sicherheit gebracht worden. In den Wänden der Kinder- und Frauenheilkundestation des erst vor vier Jahren gebauten Gebäudes seien tiefe Risse entdeckt worden, berichtete der staatliche Rundfunksender RNA. Nach Informationen der Wochenzeitung “O Pais” hatte die chinesische Baufirma COVEC das Gebäude mit Hilfe chinesischer Regierungskredite errichtet. Der Bau kostete demnach acht Millionen Dollar (6,4 Millionen Euro).