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Category : Landminen

Versöhnung, Landminen, Babyboom

Angola nach dem Krieg: Gespräch mit dem Minenräumer Hendrik Ehlers (Menschen gegen Minen) über „O Herói“

Luanda, etwa ein Jahr nach Ende des fast vierzigjährigen Bürgerkriegs. Die Kamera fliegt über das Meer aus Hütten, schwenkt in die Straßen der angolanischen Hauptstadt. Dort wartet der Ex-Soldat Vitorio auf eine Prothese für sein amputiertes Bein, kleine Jungen klauen, was nicht dingfest ist, und die Lehrer treten aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen in den Streik. Der eineinhalbstündige Spielfilm „O Herói“, den die Organisation AfricAvenir am Samstag in Windhoek zeigt, deckt die Missstände in der angolanischen Nachkriegsgesellschaft spannend erzählt und kritisch auf. Doch entspricht das Bild immer noch der Realität? Eine Spurensuche. mehr….

Hendrik Ehlers ist Gründungsmitglied von Menschen gegen Minen und war bis 2009 einer der beiden hauptverantwortlichen Leiter der Organisation. Zusammen mit Hans Georg Krüssen dreht sich sein Leben seit fünfzehn Jahren um die Minenräumung und Vernichtung gefährlicher Munition im südlichen Teil Afrikas.

Hendrik (Spitzname: Die Klapperschlange) war lange Jahre Vorstandsvorsitzender von MgM, ist aber 2009 aus familiären Gründen zurückgetreten.

Angefangen hatte MgM 1995 in Angola. Beide verfügen heute über eine große Erfahrung als Operationsleiter in den Bereichen Minendokumentation (Survey), Minenräumung (Demining) und Sprengstoffvernichtung (EOD). Hendrik Ehlers lebt seit einigen Jahren mit seiner Familie in der namibianischen Hauptstadt Windhoek.


Angola – 27 Jahre Bürgerkrieg hinterlassen Spuren

Die jüngere Geschichte des Landes verlief turbulent und über Jahre hinweg alles andere als friedlich. Im 16. Jahrhundert entdeckten portugiesische Seefahrer das Land an der südlichen Westküste des afrikanischen Kontinents und kolonialisierten es für ihre Krone. 1975 zogen sich die Portugiesen aus dem Land zurück und stürzten es in einen klassischen Stellvertreterkrieg.

Im Norden herrschte die FNLA, im Süden die Unita, beide unterstützt von westlichen Geldgebern. In der Hauptstadt Luanda und in der Mitte des Landes herrschte die MPLA, eine von Moskau unterstützte kommunistisch ausgerichtete Partei, die die Regierung stellte und den verlustreichen Bürgerkrieg nach 27 Jahren gewann.

Minen bedrohen Einwohner

Wie zerrüttet das Land am Ende dieses Bürgerkrieges war, zeigt Ihnen schlaglichtartig eine Warnung angolanischer Mütter: Kinder sind in Angola angehalten, nicht abseits der Wege zu spielen. Hintergrund: Aus der Zeit des Bürgerkriegs liegen noch unzählige Landminen ungeräumt abseits der Wege verstreut. Wer in Angola seine Kinder und Angehörigen liebt, mahnt sie deshalb immer wieder, die Wege nicht zu verlassen, auch wenn die Abkürzung über das freie Feld noch so verlockend scheint.

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