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Die erzählte Stadt

José Eduardo Agualusa
Barroco Tropical

Im Zentrum dieses in der angolanischen Hauptstadt Luanda spielenden Romans steht der Schriftsteller und Filmemacher Bartolomeu Falcato, dem mehr und mehr seltsame Abenteuer widerfahren. Als erstes fällt ihm, wie es ihm scheint, aus heiterem Himmel eine Frau vor die Füße, tot. Es ist das Model Núbia de Matos, die er wenige Tage zuvor kennengelernt hat, und die ihm intime Dinge über die Machthaber und ehemaligen Befreier des Landes mitteilen konnte. Dann gerät er selbst in einen Strudel von Verfolgungen. Luanda ist auch die Hauptstadt eines erdölfördernden und eigentlich reichen Landes, so überrascht es nicht, daß ein Hochhaus, es heißt Termiteira, eine Rolle spielt. Tatsächlich hat dieser dreihundertfünfzig Meter hohe Bau etwas von einem Termitenbau, denn von seinem Dach bis hinunter ins x-te Untergeschoß wimmelt eine vollständige Stadt im Mikrokosmos. Dieser zwischen nüchterner Beschreibung und fantastischer Überhöhung halluzinierende Roman spielt zwischen Müll und Glamour das vollständige Drama dieser afrikanischen Metropole durch. Barroco Tropical erschien im A1 Verlag (Originalausgabe: ‚Barroco Tropical’. Lissabon, Publiçaões Dom Quixote, 2009).

Der Autor José Eduardo Agualusa studierte Agrarwissenschaft und Forstwirtschaft, veröffentlicht Gedichte, Erzählungen und Romane. Der Übersetzer des Romans, Michael Kegler, wird moderieren. Aus der deutschen Übersetzung liest Elettra de Salvo.

Weitere Informationen zu José Eduardo Agualusa…

Frankfurt: Donnerstag, 01.09., 19.30 Uhr
Haus am Dom, Domplatz 3

Darmstadt: Freitag, 02.09., 18.00 Uhr
Kammerspiele/Staatstheater, Georg-Büchner-Platz 1

Eintritt 8 €, ermäßigt 4 €

Gesetz gegen Häusliche Gewalt verabschiedet

Die angolanische Regierung hat nach mehreren Jahren der Ausarbeitung diesen Monat ein Gesetz verabschiedet, das häusliche Gewalt unter Strafe stellt und den Opfern finanzielle und medizinische Unterstützung zusichert. Bis zum jetzigen Zeitpunkt war häusliche Gewalt in dem südwestafrikanischen Land nicht unter Strafe gestanden, weshalb es nur zu sehr wenigen Anzeigen kam, die vor Gericht als Vergewaltigung oder Körperverletzung verhandelt wurden.

Das verabschiedete Gesetz sichert Opfern von häuslicher Gewalt Unterstützung in Frauenhäusern, ärztliche Versorgung sowie finanzielle und rechtliche Hilfe zu. Darüber hinaus ermöglicht es das neue Gesetz, dass auch andere Personen als die eigentlichen Opfer – die häufig aus Angst und aufgrund finanzieller Abhängigkeit von ihren Peinigern nicht zur Polizei gehen – Akte häuslicher Gewalt zur Anzeige bringen.

Zahlreiche Organisationen, die sich für die Rechte der Frauen in Angola einsetzen begrüßten die Verabschiedung des Gesetzes, mahnten aber zugleich eine konsequente Implementierung und Umsetzung der neuen Regelungen an. Sizaltina Cutaia, Mitglied des angolanischen Büros der Open Society Initiative for Southern Africa, nannte das Gesetz einen guten Anfangspunkt. Nun müssten aber Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um Polizisten für das Thema zu sensibilisieren, so Cutaia weiter. Darüber hinaus bedürfe es gezielter Informationsmaßnahmen, die die Bevölkerung – insbesondere Frauen und Mädchen – über die Inhalte der neuen Regelungen und den Ablauf einer Anzeige häuslicher Gewalt aufklären.

Die verabschiedete Gesetzesregelung beinhaltet auch eine eindeutige Definition häuslicher Gewalt. Diese erklärt auch das Vorenthalten von Essen für ein Kind, mangelnde Unterstützung einer schwangeren Frau und den sexuellen Missbrauch Minderjähriger oder älterer Personen, die der persönlichen Obhut unterstellt sind, zu einem Akt häuslicher Gewalt. Darüber hinaus wurden traditionelle Hochzeiten mit Mädchen unter 14 Jahren verboten und das Erbschaftsrecht für Frauen reformiert, wodurch die finanzielle Abhängigkeit der Frauen von den Männern verringert wird.

Aufgrund der bisher fehlenden Definition gibt es in Angola keine genauen Statistiken über häusliche Gewalt. Eine Umfrage der Angolan Women’s Organisation (OMA), dem weiblichen Flügel der Regierungspartei Popular Movement for the Liberation of Angola, von 2008 hat jedoch ergeben, dass es allein in den armen Vororten der Hauptstadt Luanda innerhalb von 12 Monaten zu 4.000 Fällen häuslicher Gewalt kam. Trotz der hohen Zahl an Fällen gab es in Angola bisher kaum Anlaufstellen für Opfer häuslicher Gewalt – das könnte sich jetzt ändern.

Und Geld stinkt doch

Die Industriestaaten dieser Welt sorgen sich um Euro und Dollar. Gehen Griechenland, Portugal und Irland pleite? Was wird aus Italien? Und: Wie bewältigen die USA die Schuldenkrise? Angesichts dieser tatsächlich überaus brisanten Themen wird das Angebot der Kanzlerin an die angolanische Regierung, “sechs bis acht Patrouillenboote” zu liefern, zu einer Randnotiz der Tagespolitik.

Zu Unrecht, denn die Patrouillenboote, mit denen Angola seine See-Grenzen sichern will, sind – und da beißt die Maus keinen Faden ab – kleine Kriegsschiffe. Ohne Zweifel hat das 60-Millionen-Euro-Geschäft nicht die Brisanz des immer noch streng geheimen Rüstungs-Deals mit Saudi-Arabien.

Doch in Angola hat, wie in den allermeisten Staaten Afrikas, das Wort “Demokratie” eine völlig andere Bedeutung als in Europa oder in den USA. Das ist in dem westafrikanischen Land auch kein Wunder. Jahrzehnte lang hat ein blutiger, unerbittlicher Bürgerkrieg schmerzhafte Wunden geschlagen. Unermessliches Leid hat unermesslichen Hass hinterlassen. Auch wenn sich die Bürgerkriegsparteien von damals einigermaßen zusammengerauft haben. Ursache der brutalen Auseinandersetzungen zwischen UNITA und MPLA war sicherlich die koloniale Ausbeutung durch die Portugiesen. Denn sowohl die europäischen Ausbeuter als auch die beiden großen Milizen waren sich darüber im Klaren, dass im Boden des Landes reiche Vorkommen an Erdöl, Diamanten und seltenen Mineralien lagern.

Heute ist Angola ein Staat, der sich mit westlichen Maßstäben nicht messen lässt. Zum einen hat das Bantu-Land eine für afrikanische Verhältnisse enorme Wirtschaftskraft, zum anderen aber herrschen dort katastrophale Zustände im Gesundheits- und Bildungswesen. So müssen die Menschen mit der weltweit zweithöchsten Sterblichkeitsrate bei Säuglingen leben. Zigtausende sterben jedes Jahr an Krankheiten, die bei ausreichender medizinischer Versorgung leicht zu heilen wären. Veränderungen durchzusetzen ist aber schier unmöglich. Denn in Angola ist sich jeder selbst der Nächste – die Korruption blüht.

Und genau dorthin, in ein Land, das instabiler nicht sein könnte, sollen deutsche Rüstungsfirmen Kriegswaffen liefern. Angela Merkel, die politische Überfliegerin, begründet das mit dem atemberaubenden Satz, es sei in deutschem Interesse, wenn Afrika regionale Konflikte durch regionale Truppen selbst befrieden könne. Und dann setzt sie noch eins drauf. Angola, so sagt sie in Luanda mit dem Brustton der Überzeugung, setze sich für Stabilität ein. O, heilige Einfalt!

Afrika, der geschundene Kontinent, wird durch die Lieferung von deutschen Patrouillenbooten an Angola weder demokratischer noch instabiler. Da ist das Geschäft mit den Saudis schon von anderem Kaliber. Die Lieferung von Kriegswaffen in Krisengebiete, deren Entwicklung niemand vorhersagen kann, wirft grundsätzliche Fragen auf. Überwiegt das wirtschaftliche Interesse von Rüstungskonzernen die moralischen Ansprüche unseres Landes so sehr, dass die Bundeskanzlerin alle Bedenken kühl zur Seite schieben darf? Wohl nicht. Deutschland ist Mitglied der Nato, der westlichen Verteidigungsgemeinschaft also. Bei den Streitkräften dieser demokratisch geführten Staaten sind deutsche Waffen gut aufgehoben. In Angola und anderen Krisenstaaten kaum. Geld stinke nicht, sagten die alten Römer. Das stimmt nicht. Manchmal stinkt es sehr wohl.

#angolanischer Major #viel Geld #Tumor #Landminen – die Schlagworte einer haarsträubenden Geschichte

Pedro Fonseca (51) gehörte als Major der angolanischen Bürgerkriegsarmee zu den Leuten, die maßgeblich an der Verminung weiter Landstriche des afrikanischen Landes mitgewirkt hatten. Als es 2010 Pläne gab, durch verminte Gebiete eine neue Eisenbahnlinie zu bauen, sollte Fonseca die Räumkommandos unterstützen. Aber eine dramatische Krebserkrankung bedrohte sein Leben.

Ein Tumor am Hals, fast so groß wie ein zweiter Kopf. Um den Major zu retten, war die Regierung in Angola bereit, viel Geld auszugeben. Medizinische Hilfe fand Fonseca in Deutschland. Jetzt, ein Jahr später, ist der Mann aus Angola den Tumor los. Verschwunden ist inzwischen auch das Geld, mit dem die zwölfmonatige Behandlung bezahlt werden sollte. Und in Angola scheint man Fonseca nicht mehr zu benötigen, denn obwohl er längst in seine Heimat zurückkehren könnte, kümmert sich niemand mehr um ihn. Er hat nicht einmal das Geld für ein Flugticket in seine Heimatstadt Luanda.
Noch im letzten Jahr war alles ganz anders. In Begleitung seines Schwagers Ernesto M. (41) war Fonseca nach Deutschland gekommen. Im Gepäck hatten die beiden Militärs viel Geld. Ein Teil davon floss als Anzahlung an Kliniken, darunter die „Medias Klinik“ in Burghausen. Aber dann soll sich Ernesto M. mit dem Geld nach Holland abgesetzt haben. Es gibt Gerüchte, denen zufolge M. mit dem Geld in Holland mehrere Lkws gekauft hat. Andere berichten, er sei nach Portugal geflüchtet.
Fonseca unterzog sich währenddessen in Burghausen bei Prof. Karl Aigner einer aufwendigen Behandlung. Mit einer ganzen Serie von regionalen Chemotherapien, so berichtet es der ärztliche Direktor der Medias Klinik, konnte der kopfgroße Tumor zunächst geschrumpft und dann wegoperiert werden. „Professor Aigner hat exzellente Arbeit geleistet“, freut sich Fonseca, den die Schwestern in der „Medias Klinik“ liebevoll „Fonse“ nennen. Aber bei aller Liebe für den Langzeitgast – inzwischen wäre man ihn ganz gerne los, denn sein Bett wird für andere Patienten dringend benötigt. Aber während Fonseca zu Beginn seines Klinikaufenthalts Besuch von hochrangigen Militärs erhalten hatte, lässt sich jetzt von den einstigen Unterstützern niemand mehr blicken.
Auch die Klinik wird seit Monaten immer wieder vertröstet. Geld hat sie seit Oktober 2010 keines mehr bekommen. Obwohl eine sechsstellige Summe für die Behandlung offen ist, haben Prof. Karl Aigner und das Medias-Team ihrem Patienten jetzt zum einjährigen Aufenthalt in der Klinik mit einer Torte gratuliert. Ein ebenfalls aus Angola stammender Bekannter Fonsecas, der ihm mit einem Taschengeld für Telefonkosten und ähnliches aushilft, glaubt, dass sich an der von der Regierung in Angola bereitgestellten Summe für die Behandlung mehrere Stellen bedient haben. Von denen habe nun keiner ein Interesse an einer Rückkehr Fonsecas, weil dann ihre Vergehen auffliegen würden.
Zu allem Überfluss hält sich Fonseca illegal in Deutschland auf. Sein Visum ist bereits am 25. Juli vergangenen Jahres abgelaufen. Die Botschaft von Angola hat bisher mehrere Anfragen unbeantwortet gelassen. Ein Mitarbeiter einer deutsch-angolanischen Initiative bezeichnet die Geschichte von Pedro Fonesca als „sehr abenteuerlich“. Militärangehörige hätten in Angola zwar das Privileg einer Absicherung im Krankheitsfalle. Dass Geld für Behandlungen bereitgestellt werde, sei durchaus üblich. Dass man einen ehemalige Minenleger aber für den Eisenbahnbau benötige, sei eher unwahrscheinlich. „Da steckt eine andere Geschichte dahinter“, meint er. Vermutlich bleibt sie für immer ein Rätsel.

Deutsch-Angolanisches Wirtschaftsforum 2011

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Peter Hintze, eröffnet am 16.6.2011 in München vor rund 200 Teilnehmern das vierte Deutsch-Angolanische Wirtschaftsforum. An der zweitägigen Veranstaltung nehmen rund 70 Gäste aus Angola teil. Die traditionell vom Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft in Kooperation mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Deutsch-Angolanischen Wirtschafts-Initiative (DAWI) und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) organisierte Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Gastgeber in diesem Jahr ist die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern.

Eine Regierungs- und Unternehmerdelegation aus Angola unter Leitung des angolanischen Wirtschaftsministers Abraão Gourgel nutzt die Veranstaltung, um für die Unterstützung des Erdöllands Angola bei der Diversifizierung seiner Wirtschaft zu werben. Die Vizegouverneure von vier angolanischen Provinzen werden den deutschen Teilnehmern dazu ihre Pläne zur Entwicklung der Wirtschaft Angolas vorstellen. Auch außerhalb des Erdölsektors weist Angolas Wirtschaft ein Wachstum von beachtlichen zehn Prozent auf. Deutschen Unternehmen bieten sich in Angola deswegen insgesamt zahlreiche Geschäftsmöglichkeiten.

Staatssekretär Hintze: “Angola verfügt über einen großen Reichtum an Rohstoffen. Hiervon kann das Land enorm profitieren und eine leistungsfähige verarbeitende Industrie aufbauen. Deutschland besitzt das notwendige Know-how und die Technologie für die Einrichtung von Wertschöpfungsketten, sei es im Rohstoff- und Energiebereich oder auch in der Landwirtschaft. Gemeinsam können wir so für dauerhaften Wohlstand in Angola sorgen.”

Ebenfalls im Fokus der Veranstaltung steht das Thema der Berufs- und Fachkräfteausbildung in Angola. Staatssekretär Hintze wies hierzu auf das beispielhafte Engagement deutscher Unternehmen hin, die bei ihrem wirtschaftlichen Engagement auf Auslandsmärkten zugleich auch Ausbildungs- und Fortbildungsangebote für die lokale Bevölkerung schaffen.

Die Konferenz findet im Vorfeld der für Mitte Juli geplanten Afrikareise von Bundeskanzlerin Angela Merkel statt, die sie auch nach Angola führen wird.

Boeing liefert erste die 777-300ER an TAAG aus

Boeing hat die erste Boeing 777-300ER an die angolanische TAAG ausgeliefert. Es ist dies auch die erste 777-300ER im Besitz einer afrikanischen Fluglinie. TAAG Vorsitzender Dr. Antonio Luis Pimentel Araujo bezeichnete den Tag der Übernahme als einen “stolzen Moment für Angola und sein Volk”.

Mit der neuen Maschine plane TAAG einen Ausbau des Streckennetzes, etwa Direktflüge nach Rio de Janeiro, Sao Paulo, Lissabon und Porto. Außerdem bereite man sich darauf vor, Verbindungen in die USA aufzunehmen.

Angola Airlines TAAG sichert sich 777-Finanzierung

TAAG Angola Airlines hat sich über die US Export-Import Bank eine Garantie über 256 Millionen Dollar für die Finanzierung einer Boeing 777-300ER gesichert.

Mit dieser Maschine plane TAAG eine Expansion ihres internationalen Streckennetzes