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#angolanischer Major #viel Geld #Tumor #Landminen – die Schlagworte einer haarsträubenden Geschichte

Pedro Fonseca (51) gehörte als Major der angolanischen Bürgerkriegsarmee zu den Leuten, die maßgeblich an der Verminung weiter Landstriche des afrikanischen Landes mitgewirkt hatten. Als es 2010 Pläne gab, durch verminte Gebiete eine neue Eisenbahnlinie zu bauen, sollte Fonseca die Räumkommandos unterstützen. Aber eine dramatische Krebserkrankung bedrohte sein Leben.

Ein Tumor am Hals, fast so groß wie ein zweiter Kopf. Um den Major zu retten, war die Regierung in Angola bereit, viel Geld auszugeben. Medizinische Hilfe fand Fonseca in Deutschland. Jetzt, ein Jahr später, ist der Mann aus Angola den Tumor los. Verschwunden ist inzwischen auch das Geld, mit dem die zwölfmonatige Behandlung bezahlt werden sollte. Und in Angola scheint man Fonseca nicht mehr zu benötigen, denn obwohl er längst in seine Heimat zurückkehren könnte, kümmert sich niemand mehr um ihn. Er hat nicht einmal das Geld für ein Flugticket in seine Heimatstadt Luanda.
Noch im letzten Jahr war alles ganz anders. In Begleitung seines Schwagers Ernesto M. (41) war Fonseca nach Deutschland gekommen. Im Gepäck hatten die beiden Militärs viel Geld. Ein Teil davon floss als Anzahlung an Kliniken, darunter die „Medias Klinik“ in Burghausen. Aber dann soll sich Ernesto M. mit dem Geld nach Holland abgesetzt haben. Es gibt Gerüchte, denen zufolge M. mit dem Geld in Holland mehrere Lkws gekauft hat. Andere berichten, er sei nach Portugal geflüchtet.
Fonseca unterzog sich währenddessen in Burghausen bei Prof. Karl Aigner einer aufwendigen Behandlung. Mit einer ganzen Serie von regionalen Chemotherapien, so berichtet es der ärztliche Direktor der Medias Klinik, konnte der kopfgroße Tumor zunächst geschrumpft und dann wegoperiert werden. „Professor Aigner hat exzellente Arbeit geleistet“, freut sich Fonseca, den die Schwestern in der „Medias Klinik“ liebevoll „Fonse“ nennen. Aber bei aller Liebe für den Langzeitgast – inzwischen wäre man ihn ganz gerne los, denn sein Bett wird für andere Patienten dringend benötigt. Aber während Fonseca zu Beginn seines Klinikaufenthalts Besuch von hochrangigen Militärs erhalten hatte, lässt sich jetzt von den einstigen Unterstützern niemand mehr blicken.
Auch die Klinik wird seit Monaten immer wieder vertröstet. Geld hat sie seit Oktober 2010 keines mehr bekommen. Obwohl eine sechsstellige Summe für die Behandlung offen ist, haben Prof. Karl Aigner und das Medias-Team ihrem Patienten jetzt zum einjährigen Aufenthalt in der Klinik mit einer Torte gratuliert. Ein ebenfalls aus Angola stammender Bekannter Fonsecas, der ihm mit einem Taschengeld für Telefonkosten und ähnliches aushilft, glaubt, dass sich an der von der Regierung in Angola bereitgestellten Summe für die Behandlung mehrere Stellen bedient haben. Von denen habe nun keiner ein Interesse an einer Rückkehr Fonsecas, weil dann ihre Vergehen auffliegen würden.
Zu allem Überfluss hält sich Fonseca illegal in Deutschland auf. Sein Visum ist bereits am 25. Juli vergangenen Jahres abgelaufen. Die Botschaft von Angola hat bisher mehrere Anfragen unbeantwortet gelassen. Ein Mitarbeiter einer deutsch-angolanischen Initiative bezeichnet die Geschichte von Pedro Fonesca als „sehr abenteuerlich“. Militärangehörige hätten in Angola zwar das Privileg einer Absicherung im Krankheitsfalle. Dass Geld für Behandlungen bereitgestellt werde, sei durchaus üblich. Dass man einen ehemalige Minenleger aber für den Eisenbahnbau benötige, sei eher unwahrscheinlich. „Da steckt eine andere Geschichte dahinter“, meint er. Vermutlich bleibt sie für immer ein Rätsel.

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